Doping im Radsport
  1.Fälle im Radsport
 

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatten auch die Radsportler den Nutzen von leistungssteigernden Substanzen erkannt. Jedoch hatte die Einnahme solcher Substanzen gesundheitsgefährdende Folgen. Bei dem 600km-Rennen von Bordeaux nach Paris 1886 fällt der britische Radrennfahrer Tom Linton tot vom Rad. Angeblich starb er an einer Überdosis Koffein, welches dem Engländer von seinem Manager verabreicht wurde, um die Leistungsgrenze weiter hinauszuschieben. Infolgedessen war das Doping zum ersten Mal im Radsport öffentlich. Diese Aufputschmittel, die der Radprofi Tom Linton genommen hatte, waren nicht verboten. Da es keine Dopingliste gab, wie sie es heute gibt, waren alle Wirkstoffe sportjuristisch legal. Trotz weiterer Toten gab erst in den Zwanziger Jahren eine Diskussion um die Notwendigkeit einer solchen Dopingliste beziehungsweise einen eigenen sportmedizinischen Katalog für den Radsport. Die unkontrollierte Einnahme von Aufputschmitteln wie Coca- Blätter und Amphetamine1 sollte damit verboten werden. Aber erst 1966 nahm der Radsportweltverband UCI2 Anti-Doping-Bestimmungen in sein Reglement auf. Die Anti- Doping-Bestimmung war eine Folge, nachdem sich die drei Erstplazierten (Michele Dancelli, Lucien Aimar und Rudi Altig) des Fleche Wallone3 der Dopingkontrolle entzogen hatten. Bei Tour de France4 1966 fand erstmals eine unangemeldete Dopingkontrolle statt. Das erstaunliche dabei war, dass alle Radrennfahrer gegen diese Kontrolle waren und schließlich bei der nächsten Etappe streikten. Ein Jahr später, am 13. Juli 1967, starb Tom Simpson bei der Tour de France. beim Anstieg zum Mont Ventoux5 konnte er sich kaum auf dem Rad halten und musste anhalten. Wenig später sinkt Simpson zu Boden. Kurz darauf verstirbt er im Spital von Avignon6. Die Todesursache war Herzversagen, welches durch die Einnahme von Amphetaminen und Alkohol hervorgerufen wurde. Dieser Todesfall verdeutlichte die Gefahren der Dopingpraxis im Radsport. Trotz des Verbotes, ist die Einnahme von Dopingmitteln im Radsport so verbreitet, das kein Fahrer mehr ungedopt an den Start ging. Im weiteren Verlauf des Kapitels finden sie eine genauere Erläuterung zur Tragödie von T. Simpson.

1 Synthetische Substanz; eine weltweit kontrollierte Droge

2 Abk. für Union Cycliste Internationale

3 Belgische Rundfahrt; einer der wichtigsten Frühjahrs-Klassiker des Radsport

4 Berühmteste und für die Fahrer bedeutendste Radrennen der Welt

5 1912m hoher Berg in der französischen Provence

6 Stadt in Südfrankreich

 
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